Das Konzept

Die Idee war, Birdy zunächst als Bausatz mit abgeschlossener Musterprüfung anzubieten, um die finanziellen Einstiegsbarrieren und das Risiko für eine Zulassung möglichst niedrig zu halten. Die Montage aus den gelieferten Bauteilen sollte relativ einfach und risikoarm sein, da alle für die Flugsicherheit relevanten Arbeitsgänge, insbesondere die Verklebung der Flügel und der Rumpfhälften, bereits erledigt sind. Der DVLL will zusätzlich Aufbaukurse anbieten, um auch weniger erfahrenen Interessenten den Bau des Flugzeugs zu ermöglichen. Ebenso kann eine baubegleitende Bau- und Stückprüfung auf Anforderung durch den jeweiligen Erbauer organisiert werden.

Erwerb und Bau eines Birdy

Da der Bau eines Flugzeugs eine große Herausforderung an die/den Erbauer(in) darstellt, haben die Initiatoren des Projektes darauf geachtet, dass der Erwerber des Bausatzes bestmögliche Unterstützung für den Aufbau in Anspruch nehmen kann. Voraussetzungen für den Erwerb eines Bausatzes sind:

  • Die/der Erwerber(in) ist/wird Mitglied im DVLL und tritt der Interessengemeinschaft Birdy bei.
  • Sie/er verfügt über handwerkliche Grundfähigkeiten für die Montage weitestgehend vorgefertigter Flugzeugbauteile und hat Zugang zu einer geeigneten Montagefläche und Werkstattausrüstung
  • Sie/er ist bereit, Erfahrungen im Flugzeugbau mit anderen Erwerbern auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen.
  • Sie/er ist bereit, an Bauseminaren zum Birdy teilzunehmen, wenn dies aufgrund fehlender Erfahrung im Flugzeugbau angezeigt ist.

Die maximale Zahl gleichzeitig gebauter Birdys ist momentan auf 10 Exemplare festgelegt. Nachdem 6 Erstkäufer gefunden worden waren, beschlossen wir, dass hiermit die Kosten für den Formenbau und die Zulassung wirtschaftlich erträglich umzulegen sind.

Auslegungs- und Leistungsdaten

Die aerodynamische und strukturelle Auslegung des Birdy wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Loek Boermans sowie mit im Design und der Fertigung moderner Segelflugzeuge erfahrenen Experten durchgeführt. Hierbei war das Ziel, bei 13,5 m Spannweite und einer maximalen Abflugmasse von 280 kg eine rechnerisch ermittelte Gleitzahl von 40 bei ca. 90 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h zu erreichen. Der Klappenflügel mit Winglets hat 8,3 qm Fläche. Er ist zur Erzielung besonders harmloser Überzieheigenschaften leicht gepfeilt. Der Rumpf bietet Piloten bis zu einer Größe von 1,95 m eine komfortable, halb aufrechte Sitzposition.

Diese Sitzposition erleichtert in Verbindung mit der nach vorne öffnenden Haube das Ein- und Aussteigen. Die Zelle ist als Sicherheitszelle gestaltet. Dazu ist die Sitzfläche als Crashzone in die tragende, vorne verstärkten Rumpfschale integriert. Die Haube wird hinten durch die Rumpfstruktur abgeschlossen, die bei einem möglichen Kopfstand die Höhe des Cockpits aufrecht erhält. Das Seitenleitwerk ist symmetrisch an die Rumpfröhre angeschlossen, trägt das T-Leitwerk und schützt den Heckpropeller unter allen Bedingungen vor einer möglichen Bodenberührung . Das Heckrad wird vom Seitenleitwerk mitgeführt, um ein gutes Rollverhalten am Boden zu erreichen. Im Rumpfrücken ist der Einbau einer Gesamtrettung vorgesehen.

So könnte er aussehen (Computergrafik von C. Neumann)

Gefertigt werden die CFK/GFK Strukturbauteile vom musterbetreuenden deutschen Luftfahrtbetrieb Klenhart-DESIGN und Partnerfirmen in NC-gefrästen GFK-Formen aus den jeweils am besten geeigneten Composite-Materialien, um hohe Überlastfähigkeit, praxistaugliche Oberflächen-robustheit und trotzdem geringes Leergewicht zu erreichen. Die unabhängige Qualitätssicherung der Fertigung übernimmt Hans-Peter Schneider als Technik-Vorstand des DVLL, sowie erfahrener Flugzeugbauer und Zulassungsexperte.

Der Elektroantrieb

Der Antrieb ist ein im Bereich des Schwerpunktes eingebauter Elektroantrieb mit 12 kW bzw. 16 kW Dauerleistung mit Fernwelle und abnehmbaren 1,3 m Klapppropeller hinter dem Seitenruder. Diese Art des Antriebs steht bei Bedarf sofort zur Verfügung, erfordert kein Ausfahren des Motors und vermeidet die sonst unvermeidliche, starke aerodynamische Widerstandszunahme im motorgetriebenen Reiseflug.

Mögliche Energiequellen

Als Energiequelle stehen LiIo-Akkupacks von 3-6 kWh zur Verfügung. Damit sind Reichweiten bis über 200 km im reinen Motorflug möglich. Durch den Einsatz eines Range-Extenders könnte in Zukunft die Reichweite nahezu beliebig gesteigert werden. Hierbei ist eine Leistung von 3 kW für den Horizontalflug bei ca. 80…90 km/h mehr als ausreichend. Die Steiggeschwindigkeit des Birdy liegt bei über 3 m/s.

Wegen des großen Propellers sind die Geräuschentwicklung und der elektrische Leistungsbedarf besonders niedrig, da auch im Motorbetrieb die Umströmung des Rumpfes völlig ungestört ist. Dieses Antriebskonzept wurde von Dr. Ing. Werner Eck (Entwickler der HPD-Motoren) gestaltet.

Zulassung und Betrieb des Flugzeugs.

Birdy wird als UL-Motorsegler vom DULV mustergeprüft und dann als LL-Flugzeug (120kg-Klasse) eingetragen. Nach der jeweiligen Fertigstellung eines Bausatzes und der durchgeführten Einzelstückprüfung, bei der die Übereinstimmung des Bausatzes mit dem Musterprüfling geprüft wird, darf man legal in Deutschland mit dem Birdy fliegen. Optional kann man sich ein Kennzeichen beim DAeC oder DULV geben lassen, um sich beim Funkverkehr eindeutig melden zu können.